Rom –[–> Sechs Tage lang schwiegen rund um die russisch besetzte Frontstadt Oleschky die Waffen. Tausende Zivilisten bekamen eine seltene Atempause. Und entscheidenden Anteil daran könnte Papst Leo XIV. gehabt haben. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte sich persönlich eingeschaltet. Und zwar ganz oben.
Am 16. Oktober, nur drei Tage nach seiner Krebs-OP, telefonierte Leo sowohl mit Kreml-Diktator Wladimir Putin (74) als auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48). Offenbar noch aus der Klinik. Seine Forderung an Putin: eine Waffenruhe, damit Hilfslieferungen die Zivilbevölkerung erreichen und Menschen sicher evakuiert werden können. Putin sagte Unterstützung für die Vatikan-Initiative zu. Am Folgetag verließ der Papst das Krankenhaus.
Papst machte Druck für die Feuerpause
Nur eine Woche später kam Bewegung in die Sache: Am 23. Oktober vereinbarten Russland und die Ukraine tatsächlich eine sechstägige Feuerpause rund um Oleschky. Vermittelt hatte US-First-Lady Melania Trump. Doch offenbar mischte auch der Papst mit. Die italienische Zeitung „La Stampa“ schreibt Leo XIV. eine Vermittlerrolle zu.
Tausende Zivilisten wurden aus der umkämpften Stadt Oleschky evakuiert
Wie direkt der Vatikan an der Einigung beteiligt war, ist allerdings umstritten. Vatikan-Außenminister Erzbischof Paul Gallagher erklärte, er glaube nicht an eine direkte Rolle des Heiligen Stuhls. Fest steht aber: Der Papst hatte zuvor persönlich bei beiden Kriegsparteien für genau eine solche humanitäre Feuerpause geworben.
Jetzt will Papst Leo noch mehr
Für die Menschen in der Region waren die sechs Tage von enormer Bedeutung. Auch das nahe gelegene Cherson bekam eine seltene Atempause von russischen Drohnen- und Artillerieangriffen.
Nun will Leo XIV. mehr. Beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz sagte er: „Ich hoffe, dass die Zusammenarbeit der Konfliktparteien, die diese notwendige humanitäre Geste ermöglicht hat, den Willen zum Dialog stärkt und zu neuen konkreten Friedensinitiativen führt.“ Tatsächlich sollen nach Angaben Selenskyjs Anfang November neue Gespräche von Friedensunterhändlern stattfinden.